Leonardos Entdeckung Eine Philosophie des Ausdrucks von Stefan Diebitz

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Autor: Diebitz, Stefan
Größe: 14,5 x 23,5 cm
ISBN: 978-3-906336-60-2
Seiten: 265
Typ: Leinen
Leonardo da Vinci formulierte eine der wesentlichen Einsichten der Anthropologie, als er einen... mehr
Titelinformationen "Leonardos Entdeckung"

Leonardo da Vinci formulierte eine der wesentlichen Einsichten der Anthropologie, als er einen Hinweis darauf gab, wie man das Portrait eines Menschen anfertigt: „Lasse niemals zu, daß der Kopf auf dieselbe Seite gedreht ist wie die Brust, und den Arm wende nie in dieselbe Richtung wie das Bein“. Als Maler zielte er damit auf die Vieldeutigkeit des menschlichen Ausdrucks. Weil sich der Wille als etwas Negatives auf den Menschen zurückrichtet und seine Natur zähmt und beherrscht, ist sein Ausdruck immer dann besonders bedeutungsvoll, wenn er von zwei gegenläufigen Bewegungen bestimmt wird. Für den Menschen ist es deshalb typisch, daß seine Bewegungen einander gelegentlich negieren können. 

Diese Einsicht bezeichnet Stefan Diebitz dem Maler zu Ehren als „Leonardos Entdeckung“. Sie ist der Ausgangspunkt seiner Überlegungen, die sich besonders mit dem Gesicht und dem Zusammenhang von Moral und Ausdruck beschäftigen. Ausdruck bestimmt nicht allein unsere Wahrnehmung von Mensch und Tier, sondern auch die der toten Natur oder der Pflanzenwelt. Denn immer setzt sich die Wahrnehmung aus einer Fülle von Sinneseindrücken zusammen, die von vornherein Gestaltcharakter haben, so daß für uns auch die eigentlich tote Natur Ausdruck zeigt. Die Uneindeutigkeit des Ausdrucks ist ein Grund für die Ablehnung aller monistischen Theorien, auch, ja besonders in der Moral. Moral und Ausdruckserleben gehen immer von dem Erlebnis eines Ganzen aus.

Rezension

“Ein Werk, das durch philosophische Pointiertheit, durch Evokation und Provokation ein faszinierendes Themen- und Spannungsfeld eröffnet. Eine Untersuchung, in der tiefgreifende Beobachtungen, Begriffe, Konzepte dargestellt und entwickelt werden; Konzepte, die sich in der heutigen populär- wie schulphilosophischen Diskussion doch nur selten finden – und sicherlich nirgends so gedrängt,” Robert J. Kozljanič in VIII. Jahrbuch für Lebensphilosophie 2016/17.

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978-3-906336-60-2
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